Yunnan – Südlich der Wolken

Q_Yun‚Warst du auch schon in Yunnan?‘ Diese Frage habe ich schon öfters von Chinesen gestellt bekommen, wenn ich erzählt habe, dass viel innerhalb Chinas reise. Aber warum immer die Frage nach Yunnan, der südwestichen Provinz angrenzend an Myanmar, Laos und Vietnam?

Yunnan heißt übersetzt ’südlich der Wolken‘ und ist die Traumprovinz vieler Chinesen: Schöne Natur mit viel Grün, schneebedeckte Berge, exotisch mit den vielen dort lebenden Minderheiten aber nicht ganz so ‚gefährlich‘ wie Tibet mit seiner Höhe oder Xinjiang mit den ‚Terroristen‘.

Da das Jahr zu Ende geht, ich noch sieben Urlaubstage hatte und die Wettervorhersage hervorragend war, dazu Flüge nach Yunnan günstig, da Nebensaison, habe ich kurzerhand gebucht und bin zwei Tage später geflogen.

Los gings von Nanjing direkt nach Lijiang. Naja, nicht ganz direkt: Da das Flugzeug kaputt war, wurde ich auf einen 15h späteren Flug umgebucht und hatte einen Regentag in Nanjing im Hotel. So konnte ich vorschlafen und war fit für die nächsten Tage.

Lijiang liegt auf fast 2600m Höhe, und in Sichtweite des Jadedrachenschneebergs (Yulongxueshan), der, mit seinem 5596m hohen Gipfel, als südlichst gelegener Gletscherberg der Nordhalbkugel gilt. Zu dem Berg ging es für mich am ersten Tag, genauergesagt nahm ich die Seilbahn zu Yak Maedow auf 3700m Höhe um dort eine kleine Runde zu Wandern und mich an die Höhe zu gewöhnen.

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Am nächsten Morgen ging es dann mit dem Bus Richtung Norden in die Tiger Leaping Gorge (Tigersprung-Schlucht), die mit rund 3900m Höhenunterschied tiefste Schlucht der Erde. Dort war ich zwei Tage in schöner Natur Wandern und zwar so, wie ich es aus den Alpen gewohnt bin und wie ich es in China noch nicht erlebt hatte: Ohne Treppen und Touristenmassen und wenig ausgebauten Wegen. Mein bestes Wandererlebnis in China! Herrlich!

Danach ging es mit dem Bus ins sagenumwobene Shangri-la. Die Stadt liegt auf der tibetischen Hochebene auf rund 3200m Höhe und hieß bis Ende 2001 Zhongdian. China benannte die Stadt nach dem fiktiven, paradiesischen Ort des Romans ‚Der verlorene Horizont‘ des Autors James Hilton, um mehr Touristen anzulocken 😉

Ganden Songtsenling

Shangri-la könnte der kleine Bruder von Lhasa sein: Nicht ganz so hoch, das Kloster Ganden Songtsenling wirkt wie der kleine Potala Palast und es gibt natürlich tibetisches Essen. Dort war es etwa 10°C kälter als in Lijiang und damit mit fast -10°C in der Nacht entsprechend frisch. Aber mit Heizdecke und zwei Bettdecken gings 🙂

Mit dem Bus ging es dann zurück nach Lijiang, wo Nancy auch dazu kam. Dort hatten wir nochmal einen ganzen Tag, wo wir uns den malerischen Black Dragon Pool und die Altstadt von Shuhe und Baisha anschauen konnten.

Black Dragon Pool

Danach ging es mit dem Zug Richtung Süden ins 2h entfernte Dali. Dalie liegt an einem großen See, dem Erhai, hat auch eine nette Altstadt und den Chongsheng Tempel mit seinen drei Pagoden.

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Am nächsten Tag ging es mit einem Fahrer um der Erhai See, wo unter anderem nach traditioneller Art Stoffe gefärbt werden.

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Als letzte Station der Reise ging es in die Haupstadt Yunnans, nach Kunming. Westlich der Stadt gibt es ein großes Waldgebiet, das Naherholungsgebiet der Bewohner Kunmings mit tollem Blick über die Stadt.

Zum Abschluß besuchten wir den Steinwald (Shilin) 120km südöstlich der Stadt. Diese Karstlandschaft mit seinen bis zu 30m hohen Kalksteinsäulen ist wirklich sehenswert, allerdings auch teilweise überrannt von Touristengruppen. Doch wie so oft an solchen Plätzen in China: Geht man um zwei Ecken, ist man alleine 😉

10Tage mit blauem Himmel und Sonnenschein gingen damit zu Ende. In der Provinz Yunnan war ich nun die längste Zeit (neben Jiangsu wo ich wohne) und ich habe das Gefühl, es war zu kurz für diese schöne und abwechslungsreiche Gegend. Ein Grund eines Tages dorthin wieder zurückzukehren 🙂


Infos für Nachahmer 🙂

Hostel Lijiang: October Inn, es war so schön dort, auch wegen dem supernetten Besitzer Tom und dem guten Abendessen.

Hostel in der Tiger Leaping Gorge: Half Way Guesthouse, mit seinen großen Fenstern in die Schlucht und auf den Sternenhimmel. 6h Wanderung vom westlichen Eingang der Schlucht, 2h Wanderung zu Tina’s Guesthouse, wovon man am zweiten Tag den Bus nach Lijiang (14:30 und 15:30, 50CNY) oder nach Shangri-la (15:30, 55CNY) nehmen kann.

Hostel Shangri-la: Tavern 47, quasi in der Altstadt und urig gemütlich.

Hostel Dali: Jade Emu, großes internationales Hostel nahe der Altstadt. War gut aber mir fast zu unpersönlich.

Hotel Kunming: Kai Wah Plaza, nahe Bahnhof mit super Frühstück u.a. mit Hefezopf 😉

Ich kann November nur empfehlen: Es ist trocken und meist sonnig (und die Sonne hat Kraft!), nachts kalt und es sind sehr wenig Leute unterwegs. Verstehe nicht, warum November ‚Low Season‘ ist…

 

2 Kommentare zu „Yunnan – Südlich der Wolken“

    1. Hallo Laura, Oktober (Golden Week) wird vom Wetter her mindestens so gut sein, wie der November. Allerdings musst du in der Golden Week mit mehr Touristen rechnen, sprich du solltest dich früher um Flüge und Unterkünfte kümmern. 🙂

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