Shanxi, nicht Shaanxi!

Q_SXChinesisch ist keine einfache Sprache. Diese vielen Schriftzeichen und selbst wenn diese durch das lateinische Alphabet ausgedrückt werden (das nennt sich dann Pinyin), kommen auf die Silben entsprechend die Töne. Ja, die chinesische Sprache hat vier Töne, die nur richtig ausgesprochen das gemeinte Wort bedeuten.

Jetzt gibt es zwei nebeneinander liegende Provinzen in China, die sich nur im Ton der ersten Silbe unterscheiden: Shānxī und Shǎnxī. Da die westlichen Tastaturen aber die Töne nicht schreiben können, wurden daraus Shanxi und Shaanxi. 😉

In letzterer und deren Hauptstadt Xi’An befinden sich die berühmten Terrakotta-Krieger. Für mich ging es diesmal aber in das ‚westlich der Berge‘ bedeutende Shanxi.

Los ging es freitags nach der Arbeit, mit dem Flieger in die Hauptstadt Taiyuan, wo ich mich mit Julian aus Nanjing traf. Sein Flug war 3h verspätet (Flüge innerhalb Chinas sind so pünktlich, wie die deutsche Bahn 😉 ), so wurde es für ihn eine kurze Nacht, da wir morgens den Zug nach Pingyao nahmen.

Pingyao hat eine fast dreitausendjährige Geschichte und war in den vergangenen Jahrhunderten das Finanzzentrum des Landes, weshalb es dort u.a. die erste Bank Chinas zu besichtigen gibt. Da es während der Modernisierung und Kulturrevolution nicht zerstört wurde, konnte Pingyao seine historische Altstadt erhalten. Deshalb zählt sie zu den schönsten im Land. Shanxi ist auch berühmt für seinen Essig, weshalb es in Pingyao überall danach riecht und vor den Geschäften Essigbrunnen aufgebaut sind 🙂

Gestärkt mit leckeren Nudeln ging es dann mit einem langsamen Nachtzug Richtung Norden nach Datong, wo Andreas zu uns stieß.

Datong beherbergt buddhistische Höhlentempel, die sogenannten Yungang-Grotten, die meiner Meinung nach die sehenswertesten sind, im Vergleich zu den älteren Mogao-Grotten in Dunhuang und den Longmen-Grotten in Luoyang.

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Danach bummelten wir durch die neu aufgebaute Altstadt, besuchten das 600 Jahre alte Neun-Drachen-Bild, das größte und älteste glasierte Bildnis in China und die große Moschee bevor wir den Abend mit Jiaozi (chinesischen Maultaschen) und leckerem Essig ausklingen ließen.

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Nach einer weiteren Nacht im Kang, einem Ofenbett für mehrere Personen, buchten wir uns einen Fahrer um ins benachbarte Hengshan-Gebirge zu fahren. Dort befindet sich das Hängende Kloster Xuankong Si, was im 6. Jahrhundert mitten in eine Felswand gebaut wurde – quasi das Tigernest Chinas ;-).

Der Gipfel des 2016m hohen Hengshan bot uns eine Sicht in die Kohletagebauten der Gegend, Natur und Industrie. Auf dem Rückweg machten wir halt an der wunderschönen Holzpagode des Fogong-Tempels aus dem 11. Jahrhundert.

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Damit waren drei schön Tage in Shanxi vorüber und wir machten uns am nächsten Tag auf in die Innere Mongolei, wovon ich euch in meinem nächsten Blogbeitrag erzählen werde 😉 …

 

4 Kommentare zu „Shanxi, nicht Shaanxi!“

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